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Newsletter 3/2017 der Landeselterninitiative für Bildung

Viele Kommunen kommen ihrer Verantwortung für das Gelingen von Grundschulen nicht nach - an einem Viertel aller Grundschulen Sekretariate weniger als 8 Stunden in der Woche besetzt.

 

Die Landeselterninitiative für Bildung hat angesichts von Berichten über Belastungen an Grundschulen kritisiert, dass vielen Kommunen das Bewusstsein für das Gelingen von Schulen und ihre Verantwortung dafür fehlt. Sie kommen ihrer im Schulordnungsgesetz bestimmten Pflicht nicht nach, genügend Personal für Verwaltung, Bürotätigkeiten und Betreuung der Ausstattung zur Verfügung zu stellen. Dies zehrt an der Zeit von Schulleitungen und Kollegien für pädagogische Arbeit und beschränkt ihre Zeit für Unterricht und Weiterentwicklung der Schule. Und das bei gestiegenen Aufgaben der Grundschulen z.B. durch Inklusion und Einbeziehung von Flüchtlingskindern. Wenn es in einer Schule keine Verwaltungskraft gibt oder nur stundenweise, werden Schulleitungen alleine gelassen mit Aufgaben, die sie neben ihrer hohen Unterrichtsverpflichtung und ihrem Auftrag, die Schulen pädagogisch weiterzuentwickeln, nicht zufriedenstellend leisten können. Die Schule ist morgens auch für Eltern nicht erreichbar. An rund einem Viertel aller Grundschulen im Saarland (43 von 160) sind die Sekretariate weniger als 8 Stunden in der Woche besetzt. Ganz absurd ist es, wenn Schulen nur Beschäftigte, die im Rathaus sitzen, für Verwaltungsarbeiten zur Verfügung stehen, wie in Bexbach, Ottweiler und Oberthal (Statistikquelle: Antwort der Landesregierung auf eine Landtagsanfrage, Drucksache 15/1276, zu finden auf unserer Internetseite unter Downloads).

 

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Landeselterninitiative für Bildung fordert Angebot von Ethikunterricht auch an Grundschulen

 

Nach Auffassung der Landeselterninitiative für Bildung soll künftig allen Schülerinnen und Schülern des Saarlandes ein Angebot der Werteerziehung gemacht werden – auch jenen, die am bestehenden Religionsunterricht nicht teilnehmen möchten oder sollen. Wir fordern daher die Einführung des Fachs Ethik an Grundschulen, die Ausbildung von Fachpersonal hierfür und auch ein flächendeckendes Angebot an weiterführenden Schulen.

 

Niemand soll vor die Alternative gestellt sein, keine Werteerziehung zu erhalten oder die einer ihm fremden Religionsgemeinschaft. Ethikunterricht bietet weltanschaulich neutrales Orientierungswissen und vermittelt wichtige Kompetenzen für Reflexion, Diskussion und Kooperation. Die etablierte Praxis des Saarlandes, im gesamten Primarschulbereich kein alternatives Angebot der Werteerziehung abseits des bekenntnisbezogenen Religionsunterrichts einzurichten, kommt dem verfassungsgemäßen Gleichbehandlungsgrundsatz aller Menschen nicht nach (Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz: „Niemand darf wegen [...] seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“). Eine plurale Demokratie ist darauf angewiesen, dass die Vermittlung von Werten, Selbst- und Sozialkompetenz in der allgemeinbildenden Schule alle Menschen erreicht.

Im Saarland muss auch die Regelung geändert werden, dass sich Schülerinnen und Schüler erst nach Vollendung ihres 18. Lebensjahrs vom Religionsunterricht abmelden dürfen. Bundesweit wird dieses Grundrecht der Religionsfreiheit nach dem 14. Lebensjahr zugestanden.

Kontakt: Bernhard.Strube@t-online.de oder 0163 2819959
Internet: www.eltern-fuer-bildung.de Facebook: www.facebook.com/Landeselterninitiative.fuer.Bildung 

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